Van Wattlüü un Indioners
En Oostfrees vertellt- eine Ostfriesin erzählt- An East Frisian tells

 Warum feiern wir Halloween?

Es war noch früh am Morgen, als sich die Küchentür ganz leise öffnete. Durch den Spalt guckte ein kleines Kindergesicht. Das blonde Haar zierte wild den kleinen Kopf, als wäre der Seewind durch ihn hindurchgeflogen. „Oma, darf ich zu dir?“, flüsterte sie mit einem verschmitzten Lächeln. Ich musste schmunzeln und nickte ihr zu. Ganz gegen ihre Natur blieb sie aber im Türrahmen stehen und hatte die Hände hinter ihrem Rücken versteckt.„Rate mal, Omi, was ich da habe?“ „Ich weiß nicht“, erwiderte ich, „eine Überraschung für mich?“ Noch während ich die Frage stellte, hatte sie plötzlich einen Hexenhut auf. „Huuuh“, sagte sie, „ich bin eine Hexe“. Das war unverkennbar und während sie sich zu mir an den Küchentisch setzte, erzählte sie aufgeregt und stolz, dass morgen Halloween ist und sie ein Hexenkostüm bekommen hat. Irgendwann stand ich auf, ging kurz ins Schlafzimmer und als ich zurückkam, trug auch ich einen Hexenhut. „Omili, du bist ja auch eine Hexe – wie cool!“Sie berichtete weiter, dass es morgen eine Gespensterbowle gibt, die ihre Mama zubereiten wollte. „Wir können doch einen Kuchen backen“, sagte sie voller Vorfreude. Ich hatte gerade frisches Apfelkompott gekocht und noch einen fertigen Tortenboden im Vorratsschrank und schon war die Idee für einen Gruselkuchen geboren. Ich mag es sehr, wenn Kinder möglichst vieles alleine machen können und die Zutaten luden ein, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.......

Chiaras Gruselkuchen

Zutaten

Süßes Mumiengehirn = Apfelkompott
Rote Schuppen von der Meerhexe = Kirschmarmelade
Gelbes Herz eines Urzeitdrachens =   eine kleine Dose Pfirsiche                                        
Kuchen aus Steinzeitmehl = fertiger Obstboden
Zauberstaub =  ½  Päckchen Sahnesteif
Gespensterglibber aus den Eiern eines verzauberten Hühnervogels =  2 Eiweiß
Sand von der Monsterinsel = 170g  Rohrzucker
Vamirblut =  rote Zuckerschrift
Hexenstifte =  Zuckerschrift
Zauberschleim = heller Tortenklar
Geheimtrank aus dem Brunnen der Finsternis = Wasser

Den Kuchen aus Steinzeitmehl mit dem Zauberstaub bestreuen, damit er nicht so schnell durchweicht. Das süße Mumiengehirn darauf verteilen. Das gelbe Herz des Urzeitdrachens in dünne Scheiben schneiden und auf dem Gehirn verteilen. Jetzt kommen noch ein paar Schuppen der alten Meerhexe als Dekoration auf den Kuchen.

Meine Oma hat dann den Zauberschleim nach Packungsbeilage, im Geheimtrank aus dem Brunnen der Finsternis, gekocht. Dann habe ich ihn vorsichtig mit einem Löffel über den Tortenboden verteilt.
Während er abkühlt haben wir die Gruselgesichter gemacht.

Zuerst kommt der Gespensterglibber in eine hohe Schüssel. Den bekommst du, wenn du zwei Eier eines verzauberten Hühnervogels aufschlägst. Ganz vorsichtig trennst du den Glibber vom gelben Dotter. Mit dem Mixer schlägst du das Eiweiß so lange bis es fest wird. Dann gibst du nach und nach den Sand von der Monsterinsel hinein. Die Masse kommt in einen Spritzbeutel. Ich habe eine Silikonmatte auf das Backblech gelegt und Kreise darauf gespritzt. Im vorgeheizten Backofen müssen sie nun bei 100 Grad 1 ½ Stunden backen.

Nach dem Abkühlen habe ich, mit meinen Hexenstiften, gruselige Gesichter darauf gemalt. Zum Schluss noch den Rand mit etwas Vamirblut verzieren und die Köpfe darauf verteilen.

„Mein Gruselkuchen ist jetzt fertig, aber Omi, wieso feiern wir eigentlich Halloween?“

Die Frage ließ uns nicht los und so setzten wir uns gemeinsam an den Laptop und versuchten Antworten auf ihre Frage zu finden. Neben meinen eigenen Recherchen, woher dieser Brauch stammt, haben wir interessante Videos und Kinderlieder gefunden, die ich hier eingestellt habe.



Dein Licht in meinem Herzen