Über die Kimm hinaus
Die Kimm, sie ist die natürliche Grenze, wo Himmel und Erde sich scheinbar berühren. So sehr ich mich auch bemühe, der Blick hinter dem Firmament bleibt mir verborgen. Erst wenn ich darauf zugehe, gibt es mir nach und nach Preis, was vorher im verborgenen lag. Manchmal brauche ich Mut und Stärke, um weiter darauf zuzugehen, weil es mich traurig, wütend oder sogar ängstlich macht. Wenn ich aber stehen bleibe, werde ich nie erfahren, welches wunderbare Wissen sich hinter dem Horizont verbirgt.
Unsere Reise hier auf Erden, hält nicht nur Sonnentage für uns bereit. Oftmals müssen wir uns den Stürmen des Lebens stellen. Manchmal gleichen diese Herausforderungen einer tosenden See. Riesige Wellen türmen sich auf und wollen uns hinab in die Dunkelheit ziehen.
Doch eine Mannschaft gibt nicht auf und so nehme auch ich immer wieder das Ruder in die Hand und steuere mein Lebensschiff durch die Höhen und Tiefen meines Daseins.
Doch dafür brauche ich „Tankstellen“, die mir die nötige Kraft und Lebensenergie schenken. Eine Umarmung, ein paar Worte des Zuspruches, ein Lied, ein Erinnerungsstück und eigenen Raum um die Seele baumeln zu lassen. Augenblicke, die dem gleichen, wenn der Seemann seinen Blick über die ruhige See schweifen lässt. Wenn die Stille des Meeres ihn umgibt und in seinem Herzen und Seele ausweitet. Die Morgensonne steigt langsam auf am Firmament und das Licht ihrer warmen Strahlen spiegelt sich im endlosen Wasser wieder.
Diese Reise führt mich in die Welt der Emotionen und Empathie. Themen, über die „man“ nicht gerne spricht, tabuisiert sind oder die ich lieber mit mir alleine ausmache. Dabei freue ich mich immer, wenn ich Menschen treffen, die sagen: „Ja, das kenne ich!“, „So geht es mir auch!“ und „Das habe ich auch schon erlebt!“
Jetzt bin ich selber gespannt, wie weit ich auf meine Kimm zugehen kann.